Perfekte Schwangerschaft, perfekte Mutter, perfektes Baby

Hallo liebe Mütter, liebe Schwangere und alle, die es noch werden möchten!

 

Wenn die Schwangerschaft da ist, machen sich viele werdende Mütter Sorgen und stellen sich häufig Fragen wie zum Beispiel:

  • Werde eine gute Mutter sein?
  • Wie wird sich mein Körper verändern?
  • Kann ich meinem ersten Kind noch gerecht werden, wenn das Baby da ist?
  • Wie soll ich die Geburt nur schaffen?
  • Hoffentlich bleibt das Baby!
  • Was ist, wenn ich diesen einen Fehler mache?
  • Hoffentlich wird es keine Frühgeburt!
  • Was ist, wenn ich meinem Kind nicht genug geben kann? Ich habe ja selbst nicht genug bekommen!
  • Werden sich die Probleme der ersten Geburt wiederholen?
  • Werde ich in meiner neuen Rolle als Mutter glücklich sein?
  • Werde ich damit klarkommen, dass ich mein vorheriges Leben ein Stück weit aufgeben muss?

Und diese Fragen hören nicht auf, wenn das Baby da ist:

  • Wie kann ich eine gute Bindung zu meinem Kind aufbauen?
  • Was soll ich tun, wenn mein Baby nicht schlafen will, trotz all meiner Bemühungen?
  • Wie kann ich seine Entwicklung fördern?
  • Wie kann ich verhindern, die gleichen Fehler wie meine Eltern in der Erziehung zu machen?
  • Was wenn ich unbewusst meine eigenen belastende Kindheitserlebnisse an mein Kind weitergebe?

Kinderwunsch und Schwangerschaft - Frauen sind oft gefangen zwischen Angst und Idealisierung

Fragen über Fragen. Die alle von verschiedenen Gefühlen begleitet sind. Eines dieser Gefühle ist die Angst. Die Angst vor Entscheidungen. Die Angst, zu versagen. Die Angst nicht gut genug oder stark genug zu sein. Die Angst, sich mit seiner Unsicherheit und seinen Bedürfnissen anderen zu zeigen. Die Angst vor Veränderungen. Die Angst, die Erwartungen nicht zu erfüllen.

 

Gerade diese Angst, die Erwartungen nicht zu erfüllen ist häufig eng mit unseren Idealbildern von Menschen und Situationen verbunden. Ein Idealbild ist eine Vorstellung oder eine Fantasie, die den höchsten Ansprüchen gerecht werden muss: Die perfekte Schwangerschaft, die perfekte Geburt, das perfekte Baby.

 

Hinter dem Perfektionismus versteckt sich die Angst davor, kritisiert und abgelehnt zu werden.

 

Um innerlich diese Angst zu entlasten, stellen wir uns ein perfektes Szenario vor, malen es in Gedanken noch schön aus und denken uns, dass es dann schon so kommen wird, wie wir das wollen. Die gesamte Branche der positiven Psychologie zielt genau auf diese Idealbilder und Fantasien ab.

 

Jedoch gibt es hier einen fatalen Fehler im System. Denn mit unseren schönen Gedanken können wir in unserer Fantasie zwar die Angst entlasten, in der Wirklichkeit jedoch nicht.

Idealisierung verhindert den Kontakt zum Kind, zum Partner oder zu mir selbst

Durch die Idealisierung, die Fantasie bin ich nicht im Jetzt und Hier - in der Gegenwart - in der Realität.

Ich wandere durch meine Fantasien und Tagträume und stelle mir mich selbst, die anderen Menschen, Beziehungen und das Leben vor, wie ich alles gerne hätte.

 

Die Idealisierung ist eine Illusion, die einen echten Kontakt verhindert. Denn hinter dieser Illusion - die man mit einer farbigen Brille vergleichen kann - stehen ja echte Lebewesen, wie z.B. mein Baby. Mit seinen realen Wünschen und Bedürfnissen, die ich nicht sehen oder hören kann, wenn ich es nur durch meine durch Idealisierung gefärbte Brille sehen kann. Ich sehe in ihm oder ihr nur das, was ich sehen will. Der Rest bleibt unbeachtet. Ich bin also mit meiner Fantasie in Kontakt, nicht aber mit dem Baby.

 

Diese beiden Welten - die idealisierte Welt und die Realität - müssen unweigerlich zusammenstoßen. Und wenn sie das tun, werden die Ängste wieder intensiv in unserer Psyche und unserem Körper spürbar, denn sie aktivieren unser Stresssystem.

 

Und Stress und Schwangerschaft oder Stress und gesunde Entwicklung des Babies passt nicht gut zusammen. Je weniger Stress und Angst in der Schwangerschaft da ist, desto besser für die Gesundheit der Mutter und die Entwicklung des Babies.

 

Um das Thema Schwangerschaft gibt es viele Idealisierungen. Wie vorher erwähnt. Die perfekte Geburt, das perfekte Baby und die perfekte Schwangerschaft. Und letztere möchte ich heute besprechen, da mir diese immer wieder in meiner Arbeit als Bindungsanalytikerin in meiner Praxis begegnen.

Idealbild vs. Realität

Viele von uns haben ein Idealbild von einer schwangeren Frau im Kopf. Dieses sieht dann in etwa so aus:

Jede Schwangere strahlt von innen heraus, denn sie ist so glücklich über ihre Schwangerschaft. Ihr Körper verändert sich nicht viel, denn sie treibt weiter Sport und nimmt gar nicht so viel zu. Sie liebt Sex und hat sogar noch mehr Lust als vorher. Sie ist organisiert und meistert Beruf und den Haushalt mit links. Nebenbei kümmert sie sich um alles, was es im Babyzimmer noch braucht. Im Mutterschutz widmet sie sich Projekten, die ihr schon lange am Herzen liegen, z.B. ein Buch zu schreiben. Bis kurz vor der Geburt ist sie mobil und flexibel und hat keine körperlichen Beschwerden. Aufgrund der Hormone ist sie für die Nöte und Bedürfnisse ihres Partners und ihrer Familie noch aufgeschlossener als vorher.

 

Wenn ich als schwangere Frau also diese idealisierte Brille aufhabe, wie ich mich als Schwangere eigentlich fühlen und verhalten sollte, dann wird mir jede Abweichung davon innerlich Druck und Stress bereiten. Was stimmt denn nicht mit mir? Fragen sich dann viele Frauen, wenn sie z.B. sich elend fühlen, weil ihnen ständig schlecht ist, deswegen auch keine Lust auf Sex haben, der Partner dadurch enttäuscht ist und sie bis kurz vor der Geburt noch nicht mal die Wickelkommode aufgebaut haben.

 

Stellen Sie sich Ihren Ängsten

Dieser ständige unterschwellige Stress, unter dem die werdende Mutter dann steht, ist zum einen sehr anstrengend für sie und verhindert in vielen Fällen, dass sie mit ihrem Baby im Bauch in einen feinfühligen emotionalen Kontakt kommt durch den sich das Baby getragen und gesehen fühlen kann. 

 

Ich möchte das ganz klar betonen: Diesen Stress macht sich natürlich keine Frau absichtlich. Das Unterbewusstsein spielt ihnen einen Streich. Und leider kann man diese Ängste nicht so einfach wegdenken.

 

Was hilft, ist sich mit ihnen zu beschäftigen. Sich zu fragen:

  • Woher kommen diese Ängste?
  • Welche genau sind es, die mir immer wieder diese Idealisierungsbrille aufsetzen?
  • Wie stabil ist mein Selbstwert eigentlich aktuell?
  • Mit wem kann ich darüber sprechen, wie es mir gerade geht?
  • Welche Entspannungstechniken habe ich vielleicht schon gelernt, die mir helfen können?

Wenn diese Reflektion oder ein gutes Gespräch das Gedankenkarussell aber nicht beruhigt und diese Belastung anhält, dann ist es wirklich wichtig, dass Sie sich Unterstützung holen. Sich Hilfe zu holen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern Selbstfürsorge und die ist psychisch sehr gesund!

 

Das kann eine Beratungsstelle sein, eine Therapeutin oder ein Therapeut oder auch die Bindungsanalyse. Denn es geht beim Mutterwerden nicht darum alles perfekt zu machen. Das ist eine Illusion. Es geht um gesunde Entwicklung. Für das Baby, die Mutter und auch den Vater. Was es dazu braucht, ist Gelassenheit und die Freude darüber, sich entwickeln zu können.

 

Damit ich am Ende sagen kann, ich habe das gegeben, was ich konnte und das war gut genug.

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